Die Löwe des Höhlen
Joghys und Robs überflüssiges Filmgefasel

sex, drugs and rock ‘n’ roll 2000: requiem for a dream

nach einem wieder mal mehr schlecht als rechtem schultag, einem undenkbar öden nachmittag, aber VOR einem abend in der videothek beschloss ich, den stein hier mal ins rollen zu bringen und eine filmrezension in die welt zu setzen. ich kniete mich also vor meine 79 dvds und fand diesen wunderbaren, verstörenden film, der leider hierorts noch ziemlich unbekannt ist: requiem for a dream.

hier zunächst eine kurze zusammenfassung die uns das altbekannte medium dvd-hülle liefert

„vier restlos gescheiterte existenzen: harry ist ein kleiner dealer in brooklyn, der immer auf der suche nach dem nächsten schuss und voller hoffnung auf das große geld ist. er und sein freund tyrone strecken heroin. harrys freundin marrion ist schön, aus gutem haus – und ebenfalls hoffnungslos süchtig. mit dem dealer big tim tauscht sie sex gegen dope. harrys dope. harrys mutter hingegen scheint einen treffer gelandet zu haben: sie ist als kandidatin für ihre lieblings-tv-show eingeladen. doch durch exzessiven pillenkonsum verliert sie völlig den kontakt zur realität…“

nunja, die story wirkt gelinde gesagt ziemlich abgedroschen und spannungsarm wenn man sich diese grausame zusammenfassung durchliest (ich hab keine ahnung wer solche hüllentexte schreibt aber garantiert niemand, der am verkauf der dvd interessiert ist). aber wozu bin ich denn hier, als nicht sowas geradezubiegen.

zunächst einmal gucken wir uns den regisseur, darren aronofsky, an. seine bisherige filmografie erweckt nicht so den großen wiedererkennungswert in der breiten masse, einzig der film pi mag manch einem film-fan bekannt sein, da dieser auch einiges an preisen eingeheimst hat. der regisseur ist hier wirklich nicht gerade DIE hollywood-koryphäe aber gerade solche leute sind die geheim tipps. nungut, weiter mit den darstellern. hier sieht das feld schonmal ganz anders aus: als weibliche hauptrolle steht hier ellen burstyn am start. diese kennen wir (naja, ich zumindest) z.b. aus „der exorzist, in welchem sie die rolle der mutter des dämonenbefallenen blags spielte. hier überzeugt sie als pillensüchtige sara goldfarb, genial dargestellt, ein oscar wäre mehr als gerecht gewesen! weiter gehts mit jared leto, der vielen vielleicht nicht vom namen her bekannt sein wird, ihn aber sicher schonmal gesehen haben. er spielte unter anderem in „panic room“ den ersten anführer der einbrecher, junior, bis er sich eine kugel in sein hübsches gesicht einfängt. dann kennen wir ihn noch aus „fight club“. dort spielt er nämlcih den blonden typen der von tyler durden gelobt wird was eifersuchtsgefühle in edward norton (ja, seine rolle hat keinen namen!) weckt woraufhin dieser ihn erstmal richtig schön eins in die fresse reinhaut. hier wirkt er ein wenig kühl was aber nicht weiter störend ist. zum ende hin wird er immer überzeugender. wobei, mir fällt gerad auf wenn ich so einen blick auf diese drei filme werfe: der herr leto scheint seine filme oft nicht unbeschadet zu überstehen. egal, weiter im programm: wir haben da noch die weibliche nebendarstellerin, jennifer conelly. trotz weniger auftritte zeigt sie hier klar die verzweiflung in die die sucht einen menschen stürzen kann. zwar wirkt sie zu beginn etwas flach, aber das hebt sich ab herbst, genau wie beim herren leto. kommen wir zum letzten der wichtigen akteure, der männlichen nebenrolle, marlon wayans, einem der sagenumwobenen wayans-brüdern. dieser schauspieler allerersten grades spielte schon in solchen blockbustern wie „scary movie„, „white chicks“ oder „little man“ mit und gehört demnach in meinen augen zu den verabscheuungswürdigsten wesen dieses sonnensystems. zumindest täte er das, wenn ich vorher seinen namen gekannt hätte. durch „requiem for a dream“ ist er für mich nur zu einem verwirrenden subjekt geworden, dass seine schauspielfähigkeiten in absolut unwürdigen filmen verkommen lässt. schade.

nun zum eigentlichen film (wurd auchmal zeit…). zur handlung sag ich aus gründen der kürze mal nichts, das übernimmt hier frau wikipedia. der film selber ist in drei teile unterteilt, sommer, herbst und winter. jede dieser jahreszeiten verschlechtert den aktuellen zustand der protagonisten bis zum unausweichlichen kollaps jener. bemerkenswert ist hier vor allem das „wie“ des regisseurs. die art wie er den menschlichen verfall und die drogenexkurse seiner charaktere schildert und darstellt ist einfach nur brillant. allein schon die schnellen verschiedenen schnitte beim jeweiligen drogenkonsum (hip-hop-montage) und die oft sehr eigenen kameraeinstellungen lassen einem einen kleinen freudenschauder über den rücken laufen. auch wenn ab und an das gefühl aufkommt, der herr aronofsky halte seinen film nur durch möglichst skurile schnitte und führungen zusammen und schaffe dies nicht durch die intensive darstellung der charaktere. nun, da mag etwas wahres dran sein aber auf eine andere weise: der film lebt von beidem. sicher, die darstellung der schauspieler ist oscarreif, keine frage (auch wenn die academy hier mal wieder mit ihrem goldenen briefbeschwerer gegeizt hat. aber preise sind doch eh nur schall und rauch, oder?). aber ohne aronofskys wilden schnitte wäre der film nicht das was er ist. klar er wäre immer noch gut, aber gerade durch die hektik die dadurch eingebracht wird erhält der zuschauer ein ganz besonderes gefühl. nämlich dass der film zwar über einen langen zeitraum spielt, aber der eigentliche soziale abstieg der protagonisten rasend schnell voranschreitet. zeit spielt hier (in einer exzessiven sucht) keine rolle mehr, der absturz kommt früher oder später und ist unausweichlich. aronofsky will mit diesem film den menschen mitteilen, dass drogensucht inzwischen eine viel zu unterschätzte gefahr ist die wirklich jeden treffen kann. zwar immer noch den schwarzen mann von der straße (tyrone), aber auch den gebildeten weißen jungen mann aus bürgerlichen verhältnissen (harry). ebenso die aus gutem hause stammende junge frau (marrion). selbst die gutgläubige rentnerin (sara) bleibt von einer sucht nicht verschont. somit schwebt praktisch der warnende finger klar über dem film und scheint zu sagen (ich weiß, das ist eher eine ungewöhnliche eigenschaft für finger): „hände weg von den drogen, es kann jeden treffen, du bist da keine ausnahme. pass auf was du machst, sonst endest du wie diese armen kreaturen hier!“ auch wenn wir sowas schon in unzähligen filmen gehört haben, so erschreckt doch die anzahl an drogenbefürwortenden filmen immens. darum ist ein weiterer konter-film gegen niveaulose filme wie „how high“, die den drogenkonsum belächeln und positiv darstellen, absolut notwendig. je mehr solcher anti-drogen filme wir haben, desto besser. es kann garnicht genug geben.

fazit: dieser film geht unter die haut wie eine nadel und brennt dort noch lange weiter wie eine röteln impfung. man hat noch geraume zeit danach das gefühl von unbehagen, weil einem klar wird, wie leicht man doch in eine fatale sucht fallen kann. ich persönlich empfinde diesen film als einen der besten den die industrie in den letzten jahren herausgebracht hatte. zwar stört es ein wenig, dass die englische original-tonspur nur auf der special edition zu erhalten ist, aber wer diesen film einmal gesehen hat ist sicher auch bereit die paar euro mehr auszugeben. alles in allem ein spitzenfilm, nur päärchen rate ich von so einem film für einen gemütlichen abend zu zweit ab (es sei denn einer der beiden ist schwer drogengefährdet) da er praktisch jedes positive hoffnungsgefühl im keim erstickt. drogenkonsum ist und bleibt nunmal hoffnungslos…

rob

One Response to “sex, drugs and rock ‘n’ roll 2000: requiem for a dream”

  1. Leih mir den Film aus und ich schreib dir eine gerechtfertigte Bewertung!


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